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Lifestyle Inflation vermeiden – 15 Tipps für den Alltag

 

Dein Gehalt hat sich in den Jahren seit der Ausbildung stetig erhöht, aber am Ende des Monats bleibt trotzdem nicht mehr Geld übrig? Der Grund dafür liegt in einem Phänomen namens Lifestyle-Inflation, welches besonders am Anfang der Karriere vermieden werden sollte.  Wieso das so ist, wie du Lifestyle-Inflation vermeiden kannst, erfährst du in diesem Blogartikel.

Was ist Lifestyle-Inflation? Eine Definition

Lifestyle Inflation ist der Prozess, bei dem Menschen ihren Lebensstil und ihre Ausgaben anpassen, wenn sie mehr Geld verdienen. Es ist ein natürlicher Instinkt, den Lebensstil zu verbessern, wenn wir uns finanziell besser fühlen. Leider kann dieser Prozess uns davon abhalten, unsere Finanzen im Griff zu behalten und unsere finanziellen Ziele zu erreichen.  Insbesondere am Anfang der Karriere ist es ratsam, Lifestyle Inflation zu reduzieren, um auf lange Sicht finanziell erfolgreich zu sein.

Ein klassisches Beispiel für Lifestyle Inflation ist zu beobachten, wenn wir nach der Ausbildung oder dem Studium in den ersten Vollzeitjob starten. Im Studium hatten wir ca. 900 € im Monat zum Leben und waren auch mit dem einfachen Lebensstil zufrieden.

Beispiel: Studium/ Ausbildung (900 € p.M. zur Verfügung):

  • Öffentliche Verkehrsmittel – kein Auto
  • WG-Zimmer / 1-Zimmer-Wohnung
  • Essen aus der Mensa, selbst gekocht
    = Am Ende des Monats bleiben 25 € übrig

Im ersten Vollzeitjob haben wir plötzlich 2500 € netto zur Verfügung. Das erste eigene Auto, Fernreisen und andere Annehmlichkeiten kommen nun in greifbare Nähe.

Beispiel: 1 Job (ca. 2500 € p.M. zur Verfügung)

  • Das erste eigene Auto
  • 2-3 Zimmer-Wohnung
  • Häufiger Take-away
  • Eine Fernreise pro Jahr
    = Am Ende des Monats bleiben 70 € übrig.

Obwohl wir einen Gehaltsanstieg von 1400 € mehr im Monat hatten, bleiben uns pro Monat nur 45 € mehr zum Investieren oder Sparen. Zwar trägt die Inflation auch dazu dabei, dass alles teurer wird, aber wie man an dem Beispiel erkennt, wird die Gehaltserhöhung zum größten Teil durch einen gesteigerten Lebensstil aufgebraucht.

Lifestyle-Inflation führt dazu, dass wir das Einkommen aufbrauchen, anstatt es für die Zukunft aufzusparen.

Warum es wichtig ist, Lifestyle-Inflation am Anfang der Karriere zu vermeiden?

Lifestyle-Inflation ist insbesondere am Anfang der Karriere tückisch. Den größten Hebel beim Sparen haben die meisten nämlich in der Zeit zwischen Abschluss der Ausbildung und den ersten Jahren der Karriere. Doch warum genau?

Grund 1 – Wenig Verpflichtungen und geringe Fixkosten

Es bestehen noch kaum finanzielle Verpflichtungen (z.B. für Kinder, Hochzeit, Hausbau usw.), viele sind noch single und nur für sich selbst verantwortlich. Dadurch sind die Fixkosten sehr niedrig.

Grund 2 – Gesellschaftliche Akzeptanz

Gesellschaftlich ist es eher in den 20ern und 30ern akzeptiert, in einfachen Verhältnissen zu leben, als über die 40 hinaus. Der Druck, mit anderen mitzuhalten ist in dieser Zeit ebenfalls geringer, da es z.B. nicht unüblich ist, mit 30 noch in einer WG zu leben.

Grund 3 – Zeit und der Zinseszinseffekt

Theoretisch kann man auch mit 40-50 Jahren, wenn man am Höhepunkt seiner Karriere angekommen ist, anzufangen Geld zu investieren. Doch es lohnt sich so früh wie möglich anzufangen zu investieren (Ja, selbst wenn es nur kleine Summen sind!). Wer in den 20ern 200 € investiert, hat im hohen Alter mehr davon als jemand, der mit 40 Jahren 200 € investiert. Das liegt am Zinses-Zinz-Effekt. Je länger wir unser Geld investieren, desto mehr kann es für uns arbeiten.

Grund 4 – Später wird es nicht leichter zu sparen

Im Laufe des Lebens kommen mehr immer finanzielle Verpflichtungen auf uns zu. Wir müssen ggf. für Kinder oder unsere pflegebedürftigen Eltern sorgen, ein Haus abbezahlen, welches Reparaturen benötigt. Die Kosten sind in den 40ern sind durch verschiedene Lebensumstände besonders hoch.

Grund 5 – Größter Hebel

Zusammengefasst kann man sagen, dass durch die obengenannten Gründe die Hebelwirkung für die meisten am Anfang der Karriere am größten ist. Wieso also später mit großer Anstrengung sparen, wenn man frühzeitig in kleinen Schritten und ganz mühelos loslegen kann und am Ende durch den Zinseszins mehr erreicht?

Weitere Vorteile – Reduzierung der Lifestyle-Inflation

Zusätzlich zu den oben genannten Punkten kommen noch weitere Vorteile dazu, die generell mit der Bildung von Rücklagen einhergehen.

Man lebt beruhigter, weil man bereits Rücklagen aufbauen konnte und nur sehr niedrige Fixkosten hat. Dadurch blickt einer unerwarteten Kündigung entspannter entgegen, kann seinen Job flexibler wechseln und Chancen eher ergreifen und sich sogar den Traum von der Selbstständigkeit erfüllen. Zudem ist es immer einfach, seinen Lebensstil zu erhöhen. Seine Ausgaben dann wieder zu reduzieren fällt dann jedoch deutlich schwerer, weshalb es Sinn macht, die Ausgaben langsam und mit Bedacht zu erhöhen.

Durch die sozialen Medien und dem immer schnelleren Alltag haben wir das Gefühl alles sofort und so früh wie möglich haben zu müssen. Es sollen die teuren Reisen an weit entfernte Orte, eine moderne tolle Wohnung, Leasing-Auto, schöne Kleidung und neueste Elektronik sein und am besten sofort. Das führt jedoch dazu, dass schon am Anfang der Karriere die Fixkosten, Kredite und Ausgaben ins unermessliche wachsen und man sich bei plötzlicher Arbeitslosigkeit sogar überschuldet.

Man sollte auf keinen Fall alle seine Träume bis ins hohe Alter aufschieben. Schließlich können wir nicht wissen, wie lange wir zu leben haben. Doch bewusster und in Maßen zu konsumieren und so die Lifestyle-Inflation einzudämmen, hilft enorm dabei, auch später noch in den Genuss von besonderen Erlebnissen zu kommen. Und ganz ehrlich, ein toller Urlaub oder besonderer Restaurantbesuch, das neue Handy fühlen sich noch besser an, wenn wir darauf gespart haben und nicht sofort unserem Konsumreizen verfallen sind.

10 Tipps, wie du Lifestyle-Inflation im Alltag vermeiden kannst

  1. Setze dir klare finanzielle Ziele. Wenn du weißt, was du erreichen möchtest, kannst du deine Ausgaben besser planen und kontrollieren.
  2. Erstelle einen Haushaltsplan. Indem du deine Einnahmen und Ausgaben aufschreibst, kannst du sehen, wo du Geld sparen kannst.
  3. Verwende das 50/30/20-Prinzip. Verwende 50 % deines Einkommens für Notwendigkeiten, 30 % für Wünsche und 20 % für Sparen und Investieren.
  4. Vermeide den Kauf von Dingen, die du nicht brauchst. Frage dich immer, ob du das Produkt wirklich benötigst, bevor du es kaufst.
  5. Optimiere deine Ausgaben. Kündige ungenutzt Mitgliedschaften, und prüfe, ob du Ausgaben hats, die du durch günstigere Alternativen ersetzen kannst (z.B. Kontogebühren, Stromanbieter)
  6. Bezahle dich zuerst. Definiere einen Betrag, den du jeden Monat zurücklegen / investieren möchtest und überweise ihn direkt am Anfang des Monats auf dein Sparkonto. Wenn du die Summe sparst, die am Ende des Monats übrig bleibt, wirst du weniger Anreize haben, Geld zurückzulegen.
  7. Lebe nicht über deinen Verhältnissen. Nur weil du etwas bezahlen kannst, heißt es nicht, dass du es dir leisten kannst.
  8. Vermeide den Kauf von Dingen auf Kredit. Versuche, alles bar zu bezahlen, um Schulden zu vermeiden.
  9. Spare nicht nur, sondern investiere Geld in deine Zukunft. Lege einen Teil deines Einkommens in Aktien, Anleihen oder Immobilien an, um Vermögen aufzubauen und bilde dich mit Büchern und Kursen weiter.
  10. Belohne dich und genieße dein Leben im Jetzt. Es hat wenig Sinn, wenn du dir überhaupt nichts mehr leistest und jeden Cent der Gehaltserhöhung zu sparen. Sein Leben auch im Jetzt zu genießen und sich bei einer Gehaltserhöhung oder erreichten Zielen zu belohnen ist wichtig, um motiviert zu bleiben. Ich persönliche habe mich bei jeder Gehaltserhöhung mit etwas Besonderem belohnt. Jedoch habe ich darauf geachtet, dass sich daraus keine langfristige Verpflichtung ergibt. Bei einem Jobwechsel hatte ich eine Gehaltserhöhung von 400 € pro Monat netto aushandeln können. Anstatt mir ein besseres Auto zu kaufen, habe ich einen Kurzurlaub für 400 € gegönnt. Die Monate darauf konnte ich die 400 € sparen.

Worum es bei der Vermeidung von Lifestyle-Inflation nicht geht

Mehr Geld zur Verfügung zu haben, verführt uns sehr schnell dazu, auch Ausgaben zu tätigen, die eigentlich nicht nötig sind. Bei der Reduzierung der Lifestyle-Inflation geht jedoch nicht darum, sich nichts mehr zu gönnen und bis an sein Lebensende auf 30qm zu leben. Es geht vielmehr um den bewussten Konsum und das bedachte Anheben des Lebensstandards, um Dinge, die wirklich zu unser Wohlbefinden beitragen.

Fazit

Insgesamt ist die Reduzierung von Lifestyle-Inflation eine sehr sinnvolle Sache. Ich habe es nicht bereut, die ersten 3-4 Jahre nach dem Studium sehr sparsam zu sein. So konnte ich bereits vor meinem 30. Geburtstag Geld zurücklegen, um eine GmbH zu gründen, mein Bafög komplett zurückzuzahlen und ein Aktiendepot aufzubauen. Es erfordert etwas Disziplin und Übung, aber am Ende hat man viele Vorteile dadurch.

 

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